Mehr zu der Folge
Bisher kannten wir Künstliche Intelligenz vor allem als klugen Gesprächspartner. Frage rein, Antwort raus. Agentic AI geht einen Schritt weiter. Hier bekommt die KI nicht nur eine Aufgabe, sondern auch die Freiheit, selbstständig mehrere Schritte zu planen und auszuführen.
Ein einfaches Beispiel: Statt nur Reisetipps zu liefern, sucht die KI nach Verbindungen, vergleicht Preise, bucht auf Wunsch Tickets und informiert über Änderungen. Sie arbeitet also nicht mehr nur auf Zuruf, sondern verfolgt ein Ziel.
Möglich wird das durch sogenannte KI-Agenten. Das sind Programme, die Informationen sammeln, Entscheidungen treffen und verschiedene digitale Werkzeuge nutzen können. Sie greifen auf Datenbanken zu, bedienen Software oder suchen im Web. Oft arbeiten sogar mehrere Agenten gemeinsam an einer Aufgabe.
Die spannende Frage lautet aber nicht, ob Agentic AI technisch funktioniert. Die ersten Beispiele zeigen bereits, dass sie funktioniert. Interessanter ist, was dadurch mit der Arbeit passiert. Wenn digitale Systeme ganze Prozessketten übernehmen, verschiebt sich unsere Rolle. Weniger klicken, mehr kontrollieren. Weniger ausführen, mehr entscheiden.
Genau dort liegt auch die Herausforderung. Wer trägt Verantwortung, wenn ein Agent selbstständig handelt und dabei Fehler macht? Viele Anbieter verkaufen heute bereits „Agenten“, obwohl oft nur etwas aufgebohrte Chatbots dahinterstecken. Hier lohnt sich ein genauer Blick.
Trotzdem steckt viel Substanz in dem Begriff. Agentic AI beschreibt einen echten Entwicklungsschritt: von KI, die Inhalte erzeugt, hin zu KI, die Aufgaben erledigt. Die Technologie wird uns nicht jede Arbeit abnehmen. Aber sie könnte dafür sorgen, dass wir immer häufiger eher Auftraggeber als Ausführende werden.
Und falls die KI irgendwann die To-do-Liste komplett selbst organisiert: Wer erinnert dann die KI daran, auch mal Feierabend zu machen?