KI Updates mit Marten (Juli 2026)

KI-Updates mit Marten: 15 Millionen Gründe für eine Kennzeichnung (08/26)

KI-Kennzeichnung, EU AI Act und neue Transparenzpflichten: Seit August 2026 gelten konkrete Vorgaben für KI-generierte Inhalte. Erfahre, wann Bilder, Videos, Audios und Texte gekennzeichnet werden müssen, welche Rolle digitale Wasserzeichen spielen und warum Bußgelder von 15 Millionen Euro ein guter Grund sind, KI-Output sauber zu prüfen. Aber nicht alles ist Dir überlassen: Welche KI kennzeichnet bereits und welches Modell hilft Dir bei Deiner Arbeit am meisten?

KI-Updates mit Marten: 15 Millionen Gründe für eine Kennzeichnung (08/26)

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Wir konsumieren Medien mehr denn je: Weltweit nutzen inzwischen über 5,4 Milliarden Menschen soziale Netzwerke. Jeden Tag entstehen dort unzählige neue Inhalte – allein auf Instagram werden mehr als 95 Millionen Fotos und Videos hochgeladen, auf LinkedIn kommen rund 2 Millionen Beiträge. Und während wir auf diesen Plattformen im Schnitt 141 Minuten pro Tag verbringen, wird eine Frage immer wichtiger: Was ist wirklich echt?

Was früher eher nach freiwilliger Transparenz klang, wird jetzt zur konkreten Vorgabe. Wer KI-Inhalte veröffentlicht, muss wissen, wann eine Kennzeichnung nötig ist, und was passieren kann, wenn sie fehlt. Denn mögliche Bußgelder von 15 Millionen Euro sind nicht nur eine beeindruckende Zahl, sondern gute Gründe, sich mit den neuen Regeln wirklich auseinanderzusetzen. Aber was bedeutet das jetzt ganz konkret?

Vorab: Der Absatz zu Kennzeichnungspflicht dient lediglich zur Aufklärung und ist keine Rechtsberatung.

Los geht´s!

Die Kennzeichnungspflicht ist jetzt da: Was seit dem 2. August wirklich gilt

Seit dem 2. August 2026 greift die Transparenzpflicht aus Artikel 50 des EU AI Act wirklich. Und im Kleingedruckten steckt einiges, das beim ersten Blick untergeht.

Das Wichtigste zuerst: Das Gesetz trifft nicht alle gleich. Es unterscheidet zwischen denen, die eine KI bauen, und denen, die sie nur benutzen. Firmen wie OpenAI oder Anthropic müssen ihre Inhalte technisch markieren. Aber auch Du bist in der Pflicht, sobald Du KI-Inhalte veröffentlichst. Es hängt also nicht nur am großen Konzern, sondern manchmal an dem, der auf Senden drückt.

Kennzeichnen kann man auf zwei Arten. Die eine sieht das menschliche Auge nicht: ein digitales Wasserzeichen oder ein sogenannter C2PA-Stempel, versteckt in der Datei, quasi der Herkunftsnachweis eines Bildes oder Videos. Die andere ist für Menschen gemacht, etwa der Hinweis, dass Du gerade mit einem Bot schreibst oder die Markierung „von KI erstellt“ auf einem Bild. Bei Deepfakes wird es besonders streng. Zeigt ein täuschend echtes Video eine reale Person, die das nie gesagt oder getan hat, muss das deutlich und sichtbar dranstehen.

Und jetzt der Punkt, der Dich im Alltag wirklich betrifft: Längst nicht alles muss gekennzeichnet werden. Lässt Du die KI nur Deine Rechtschreibung glätten oder Dich bei einer Formulierung unterstützen, brauchst Du keinen Hinweis. Kunst, Satire, offensichtlich Erfundenes? Auch raus. Einen Drachen über der Frankfurter Skyline hält niemand für echt, also muss ihn auch keiner kennzeichnen. Heikel wird es bei Texten zu politischen oder gesellschaftlichen Themen. Die gelten als kennzeichnungspflichtig, außer ein Mensch hat sie vor der Veröffentlichung tatsächlich geprüft und steht dafür gerade.

Insgesamt heißt es aber: Wer schludert, riskiert Bußgelder von 15 Millionen Euro oder 3 Prozent vom weltweiten Jahresumsatz, je nachdem, was mehr wehtut. Und für Selbstständige und kleine Firmen kommt noch etwas dazu: Auch die Konkurrenz kann Dich abmahnen, wenn Du nicht sauber kennzeichnest. Also: Geh einmal ehrlich durch, wo Deine KI-Inhalte auf echte Menschen treffen. Und im Zweifel lieber einmal zu viel kennzeichnen als zu wenig.

Claude bekommt ein unsichtbares Wasserzeichen, sogar in Texten

Wie setzen Anbieter die neuen Pflicht um? Ein gutes Beispiel kam im August: Anthropic, die Firma hinter der KI namens Claude, versieht ihre Ausgaben ab sofort mit einem Wasserzeichen. Nicht nur Bilder, sondern auch Text.

Das Wasserzeichen im Text funktioniert ungefähr so: Immer, wenn die KI zwischen mehreren gleich guten Wörtern wählen könnte, würfelt sie nicht mehr, sondern folgt einem geheimen Muster. Für Dich beim Lesen ändert sich nichts, der Text klingt genauso gut. Aber wer den passenden Schlüssel hat, erkennt das Muster und kann sagen: Das kam ziemlich sicher von dieser KI. Bei Bildern läuft es klassischer über die C2PA-Daten, die wir oben schon hatten.

Interessant wird es im Alltag, denn dieses Wasserzeichen ist ganz schön zäh. Normales Kopieren übersteht es, kleinere Änderungen auch. Wer also fix einen KI-Text kopiert, drei Wörter austauscht und als eigene Arbeit verkauft, schleppt die unsichtbare Signatur womöglich mit. Erst wer alles komplett neu und in eigenen Worten schreibt, wird sie los.

So clever das ist, ein paar Haken hat die Sache. Das Wasserzeichen verrät nur, dass Claude beteiligt war, nicht, ob die KI alles geschrieben oder bloß überarbeitet hat. Bei sehr kurzen Texten funktioniert es ohnehin nicht zuverlässig. Aber der größte Haken: Auslesen kann die Signatur bisher praktisch nur Anthropic selbst. Die üblichen KI-Detektoren im Netz sehen sie noch nicht. Ein starkes Werkzeug gegen Täuschung also, aber der Schlüssel liegt vorerst nur in einer Hand. Aktuell ist Claude das einzige Tool mit so einer Kennzeichnung.

Für Dich heißt das vor allem eins: Geh davon aus, dass KI-Texte künftig eine unsichtbare Herkunft haben können. Wer KI ehrlich als Werkzeug nutzt und das kommuniziert, den betrifft das ohnehin nicht.

Terra und Luna richtig nutzen: das passende Modell für Deine Aufgabe

Modelle über Modelle – in der anderen Ausgabe haben wir die ChatGPT-Modelle bereits genauer angeschaut: Sol das stärkste, Terra der solide Mittelweg, Luna das kleine Günstige. Die Frage, die ich jetzt aber am häufigsten höre, ist nicht „Was ist der Unterschied?“, sondern „Was soll ich denn jetzt nehmen?“ Aus Reflex greift fast jede:r zum Stärksten.

Dabei ist das gar nicht immer nötig: Luna ist Dein Modell für alles, was oft kommt, klar umrissen ist und in Masse anfällt: Anfragen sortieren, Daten aus vielen Dokumenten ziehen, einfache Standardantworten, Texte zusammenfassen, die Du danach sowieso noch prüfst. Das große Modell auf diese Aufgaben zu werfen, bringt kein besseres Ergebnis, nur eine höhere Rechnung.

Terra ist Dein Arbeitspferd für den Alltag. Wenn Du nicht weißt, welches Modell passt, nimm Terra. Punkt. Entwürfe, Recherche, Berichte, Zusammenfassungen, bei denen am Ende sowieso nochmal ein Mensch draufschaut, also Du (das empfehle ich natürlich immer 😉). Für die meisten Büroaufgaben trifft Terra genau die Mitte aus Qualität, Tempo und Preis. Meine Faustregel: Terra als Standard, runter auf Luna bei den stumpfen Massenaufgaben, und Sol hebst Du Dir für die echten Brocken auf, anspruchsvolle Analysen oder kniffliges Programmieren.

Falls Du noch etwas Geld sparen möchtest, sind hier noch meine Tipps: Die Modelle haben eine Denkstufe, die Du oft selbst einstellst, von schnell und grob bis gründlich und langsam. Fang immer mit der niedrigsten an, die die Aufgabe löst, und dreh erst hoch, wenn das Ergebnis nicht reicht.
Zweitens gibt es eine fiese Kostenfalle: Zwingst Du Terra auf die höchste Denkstufe, frisst es plötzlich so viel, dass es teurer wird als das eigentlich stärkere Sol. Klingt paradox, ist aber so. Braucht eine Aufgabe also wirklich das große Nachdenken, wechsle lieber gleich zu Sol, statt Terra zu quälen. Und schau ab und zu auf Deinen Verbrauch in den Einstellungen. Wer ständig ans Limit stößt, findet die Lösung meistens in einem kleineren Modell oder einer niedrigeren Denkstufe.

Kostenfallen sind überall versteckt, ob in einer tatsächlichen Rechnung oder Strafen von der EU, also lass die Augen offen – vielleicht siehst Du ja selbst schon die eine oder andere Kennzeichnung.

Bis zum nächsten Mal und bleib neugierig!

Dein Marten

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