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Innoflash

Innoflash #103 mit Thorsten Jonas

Digitale Produkte fühlen sich leicht an. Ein Klick, ein Swipe, ein Prompt – fertig. Doch genau diese scheinbare Leichtigkeit stellt unser Gast infrage. In der aktuellen Folge des Innoflash spricht er darüber, warum digitale Nachhaltigkeit mehr ist als ein technisches Optimierungsproblem und weshalb gutes Design nicht automatisch gutes Handeln bedeutet.

Thorsten Jonas kommt aus dem Agenturgeschäft. Er hat digitale Produkte entwickelt, Teams aufgebaut und User Experience perfektioniert. Lange Zeit mit dem Selbstverständnis vieler Designer:innen: Wir gestalten doch für die Nutzer:innen, wir wollen doch das Gute. Erst ein persönlicher Einschnitt – ein Burnout – führte zu einem Perspektivwechsel. Nicht weg vom Digitalen, sondern hin zu der Frage, welche Auswirkungen Designentscheidungen tatsächlich haben. Auf Menschen, auf Umwelt, auf Gesellschaft.

Es ist nicht besser, etwas digital zu machen, nur weil es kein Papier braucht.

Lieferdienste, Plattformen, Convenience-Services: Für die einen maximal bequem, für andere mit schlechten Arbeitsbedingungen, hohem Ressourcenverbrauch oder sozialem Ungleichgewicht verbunden. Digitale Nachhaltigkeit bedeutet für Thorsten, genau diese Zusammenhänge sichtbar zu machen und Design nicht isoliert zu betrachten, sondern als Teil eines größeren Ökosystems.

Dabei geht es nicht nur um soziale, sondern auch um ökologische Effekte. Webseiten, Apps und digitale Services sind nicht immateriell. Sie laufen auf Servern, verbrauchen Strom, benötigen Hardware und verursachen CO₂. Besonders eindrücklich wird es, wenn Thorsten erklärt, dass stark frequentierte Websites schnell zweistellige Tonnen CO₂ pro Monat verursachen können – und dass schon kleine Designentscheidungen große Hebel haben.

Ein weiterer Schwerpunkt des Gesprächs ist der Umgang mit generativer KI. Thorsten warnt davor, Technologie zu vermenschlichen und ihr Fähigkeiten zuzuschreiben, die sie nicht hat. KI ist für ihn kein denkendes Wesen, sondern eine Maschine, die Wahrscheinlichkeiten berechnet. Die eigentliche Gefahr liegt nicht in der Technologie selbst, sondern darin, dass Menschen ihre eigenen Fähigkeiten verlernen.

Die größte Gefahr von KI ist nicht, dass sie einen Krieg auslöst, sondern dass wir verlernen, kritisch zu denken.

Trotz aller Kritik bleibt der Blick nach vorn positiv. Technologie ist für Thorsten ein mächtiges Werkzeug, das – bewusst eingesetzt – dazu beitragen kann, die Welt gerechter und lebenswerter zu machen. Digitale Nachhaltigkeit ist für ihn keine Einschränkung, sondern eine Einladung: bewusster zu gestalten, Verantwortung zu übernehmen und Technologie mit Haltung zu nutzen.

Weitere Statements von Thorsten

Technologie ist eine Maschine, die Wahrscheinlichkeiten berechnet.

Wir müssen nicht alles als Status quo hinnehmen. Wir können Dinge hinterfragen.

Was ich gestalte, hat Auswirkungen auf andere Menschen – darüber müssen wir nachdenken.

Mehr erfahren:

Hier kannst Du Dich mit Thorsten über LinkedIn vernetzen.

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