Innoflash #99 mit Dorothea Winter

Innoflash #99 mit Dorothea Winter hinterfragt den Umgang mit KI jenseits von Hype und Projektion. Die Philosophin spricht über Denken, Verantwortung und digitale Nähe – und warum echte Beziehungen, kritisches Denken und menschliche Urteilskraft nicht automatisierbar sind.

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Denken, Daten, Beziehungen – Philosophin Dorothea Winter über KI, Kunst und echte Nähe

Dorothea Winter ist Philosophin und bewegt sich genau dort, wo technologische Euphorie oft schneller ist als gesellschaftliche Reflexion. Sie beschäftigt sich mit den philosophischen Fragen rund um Künstliche Intelligenz: mit Ethik, Ästhetik, Macht und Verantwortung – aber auch mit ganz grundlegenden Überlegungen darüber, was Denken eigentlich bedeutet.

In ihrer wissenschaftlichen Arbeit setzt sie einen klaren Kontrapunkt zu vielen populären KI-Narrativen: Systeme mögen beeindrucken, interagieren und simulieren – denken jedoch können sie nicht.

Gerade diese scheinbare Nähe zwischen Mensch und Maschine hält Dorothea für problematisch. Wenn Chatbots sprechen, erklären, nachdenken und „verstehen“, neigen wir dazu, ihnen Eigenschaften zuzuschreiben, die sie nicht besitzen. Philosophisch spricht man hier von Anthropomorphisierung – im Alltag zeigt sich das darin, dass wir Maschinen als Gesprächspartner:innen behandeln und Verantwortung an sie auslagern. Für Dorothea ist das kein harmloser Sprachfehler, sondern ein kultureller Trend mit Folgen.

Alles, was wir KI zuschreiben, ist am Ende Projektion.

- Dorothea Winter

Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die Frage nach Beziehungen zwischen Menschen und KI-Systemen. Können Chatbots Freund:innen sein? Können emotionale Bindungen zu Maschinen echte Beziehungen ersetzen?

Dorothea positioniert sich hier deutlich: Für sie fehlt Maschinen genau das, was menschliche Beziehungen ausmacht – Widerspruch, Unverfügbarkeit und echte Gegenseitigkeit. Wer sich ausschließlich mit Systemen umgibt, die letztlich nur reagieren und spiegeln, verarmt sozial, auch wenn sich die Interaktion zunächst vertraut anfühlt.

Eine KI kann vieles, aber sie kann keine echte Beziehung führen.

- Dorothea Winter

Trotz aller kritischen Distanz nutzt Dorothea KI selbst intensiv – als Assistenzsystem, als Recherchehilfe, als Werkzeug im Alltag. Entscheidend ist für sie das Bewusstsein darüber, was diese Systeme sind – und was nicht. Inspiration könne von außen kommen,  doch Denken, Verantwortung und Beziehung bleiben menschliche Aufgaben.

 

Mehr über Dorothea erfährst Du hier:

https://www.linkedin.com/in/dorotheawinter/

Mehr über Deinen Host, Christian, erfährst Du hier: https://www.linkedin.com/in/christianbredlow/

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